Die Rohölmärkte haben zur Wochenmitte erneut zugelegt. Auslöser war eine überraschende Verschärfung der Lage im Nahen Osten. Nach Angaben des US-Regionalkommandos CENTCOM hat das US-Militär einen iranischen Raketenangriff auf amerikanische Truppen im Nahen Osten vollständig abgefangen. Medienberichten zufolge richtete sich der Angriff gegen einen US-Stützpunkt in Jordanien. Die Nachricht beendete die zuletzt aufgekommenen Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung zwischen Washington und Teheran und sorgte an den Ölbörsen umgehend für neue Risikoaufschläge.
Zusätzlich bleibt die Lage auf den wichtigen Schifffahrtsrouten angespannt. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen setzen ihre Drohungen gegen den internationalen Schiffsverkehr im Roten Meer fort. Zahlreiche Reedereien meiden die Route durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab oder fahren nur unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Längere Transportwege, steigende Versicherungsprämien und höhere Frachtraten verteuern den weltweiten Öltransport und wirken sich ebenfalls auf die Preisentwicklung aus.
Für Heizölkunden in Deutschland bedeutet dies, dass die Inlandspreise vorerst auf einem erhöhten Niveau bleiben dürften. Die Einkaufspreise der Mineralölhändler orientieren sich maßgeblich an den internationalen Gasölnotierungen, sodass steigende Börsenpreise häufig zeitnah an den Heizölmarkt weitergegeben werden. Regionale Unterschiede und die jeweilige Nachfrage können die Preisentwicklung zusätzlich beeinflussen.
So rückt neben den geopolitischen Spannungen zunehmend auch die Niedrigwassersituation auf deutschen Wasserstraßen in den Fokus. Sinkende Pegelstände – insbesondere am Rhein – erschweren den Transport von Mineralölprodukten per Binnenschiff. Da Schiffe ihre Ladung bei Niedrigwasser deutlich reduzieren müssen, steigen die Transportkosten. In einigen Regionen Deutschlands kann sich dies bereits in Form höherer Heizölpreise bemerkbar machen. Sollten die Pegel weiter fallen, dürfte dieser Effekt in den kommenden Wochen an Bedeutung gewinnen.
| Bereich | Schlusskurs 27.07.2026 |
Schlusskurs 28.07.2026 |
Startkurs heute 29.07.2026 |
Veränderung zum Vortag |
Tendenz 29.07.2026 |
|---|---|---|---|---|---|
| Heizölpreis (Euro/100L) 3.000 L. Standardqualität |
142,61 | 142,57 | 143,33 | 0,5 % | ![]() |
| Rohölsorte Brent (US-Dollar/Barrel) |
89,66 | 86,87 | 87,24 | 0,4 % | ![]() |
| Wechselkurs (Euro/US-Dollar) |
1,1374 | 1,1380 | 1,1400 | 0,2 % | ![]() |


